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Treffpunkt 18.September 2008 > 13:45 Uhr an der Michaelskirche | ||
Bürgersaalkirche Der bürgersaal ist eine der interessantesten Barockkirchen Münchens Weder das bayerische Herrscherhaus, noch ein bischöflicher Auftraggeber, ein Kloster oder der Magistrat standen hinter diesem Bau, sonder die Münchner Bürger, die sich als Sodalen in der Marianischen Männnerkongregation zusammengeschlossen und diese Kirche aus eigenen Mitteln in Auftrag gegeben und auch zu Ende gebracht haben. Die Kongregation der Herren und Bürger „Marie Verkündigung“ war damals wie heute eine religiöse Gruppierung katholischer laien und entstammte ihrem Stand und ihrer Herkunft nach aus allen Schichten der Bevölkerung. Bis zum Ersten Weltkrieg waren oftmals der Bürgermeister der Stadt und viele Herren des Magistrats Mitglieder Kongegration. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier in der Unterkirche einer der Präsides der Kongregation der „Apostel München“ Pater Rupert Mayer SJ, beigesetzt, der 1987 von papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde und nach wie vor in dieser Kirche eine große Verehrung findet. Entnommen dem Kirchenführer – geschrieben von Pater Richard von Aretin SJ Rektor der Bürgersaalkirche
Da dieses Kirchenbüchlein nicht mehr aufgelegt wird, habe ich das geschriebene aus einer Fotokopie übernommen, um es der Nachwelt zu erhalten.
Am Eingang, an den Wänden der beiden Treppenaufgänge in die Oberkirche sind zwei gleiche plastische Darstellungen des Frühbarock angebracht. Maria breitet ihren Schutzmantel über die Sodalen aus Im Innern der Mäntel befinden sich jeweils zwei ovale Gemälde Links mit den Sodalen und ihre Mitgliederliste, rechts mit dem Fegfeuer bzw. (im rechten Treppenaufgang) der Auferweckung der Toten durch den Auferstandenen. Diese Bilder sind ein Hinweis dafür, dass auch die Verstorbenen der Kongregation unter dem Schutz Mariens, der himmlische Patronin, stehen. Am Eingang, an den Wänden der beiden Treppenaufgänge in die Oberkirche sind zwei gleiche plastische Darstellungen des Frühbarock angebracht. Maria breitet ihren Schutzmantel über die Sodalen aus Im Innern der Mäntel befinden sich jeweils zwei ovale Gemälde Links mit den Sodalen und ihre Mitgliederliste, rechts mit dem Fegfeuer bzw. (im rechten Treppenaufgang) der Auferweckung der Toten durch den Auferstandenen. Diese Bilder sind ein Hinweis dafür, dass auch die Verstorbenen der Kongregation unter dem Schutz Mariens, der himmlische Patronin, stehen. 1610 Gründung der „Marianischen Deutschen Kongregation der Herren und Bürger zu Unserer Lieben Frauen Verkündigung“. 1693 Erste Beratungen über die Einrichtung eines eigenen Kongregationssaals. 1709 Baubeginn nach Erwerb dreier Anwesen auf der Neuhauser Gasse. Baupläne vom aus Graubünden gebürtigen Hofbaumeister giovanni Antonio Viscardi, Ausführung durch Johann Georg Ettenhofer. Entwurf der (sich bis 1712 hinziehenden) Innenausstattung von Johann Andreas Wolff; Stuck von Petro Francesco Appiani und Georg Joseph Bader; Freseken von Johann anton Gumpp; Hochaltar von Andreas Faistenberger und Mitarbeitern Orgel von Franz Disl 1710 Erste Versammlung im neuen „Bürgersaal“ 1722 Kreuzigungsgruppe von Johann Georg Greiff 1725/30 Ansichten von 13 kurbairischen Marienwallfahrtsorten von Franz Joachim Beich. 1749 Stiftung eines Exerzitienhauses neben dem Bürgersaal durch die Kaiserinwitwe Marie Amalie 1750 Überführung der Gebeine des hl. Maimus auf dem Hochaltar um 1768 Silberbüsten der Heiligen Joseph, Joachim, Johann Baptist und Johann Evangelist von Joseph Friedrich Canzler nach Modellen Ignaz Günthers 1773/74 Neugestaltung der Decke Fresko von Martin Knoller, Grisaillebilder und Dekorationsmalerei von Franz Seraph Kirzinger Stuck von Franz Xaver Feichtmayr (Die Entwürfe von Ignaz Günther und Thomas Christian Wink von 1772 fanden keinen gefallen) 1778 Weihe der Kirche zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Allerseligsten Jungfrau Maria und des heiligen Joseph durch den Freisinger Fürstbischof Ludwig Joseph Freiherr von Welden 1782 Besuch durch Papst Pius VI. Bildnismedaillon von roman anton Boos 1944 zerstört 1803 Übertragung der Schutzengelgruppe Iganz Günthers 1809/1810 Renovierungsarbeiten; Übernahme der Kanzel Iganz Günthers 1817 Erwerbung des Augustiner-Christkindls Um 1818 Orgel von Franz Frosch 1885/1898 Renovierungsarbeiten; Orgel von Franz Borgias Maerz; Einrichtung der Unterkirche u. a. Kreuzweg von Joseph Elsner (Ausführung Hans Sprenger) 1944 Zerstörung der Kirche bei Fliegerangriffen 1945/1946 Wiederaufbau (Ohne Deckendekor) Kanzel von Max Grübl Zunächst diente der Bürgersaal als Kathedrale Münchens (bis 1947), dann als St.-Michaels-Notkirche (bis 1953) 1947 Statuen der Heiligen Joseph und Anna von Roland Friederichsen im Rahmen einer geplanten neuzeitlichen Rekonstruktion des Hochaltars 1948 Überführung der sterblichen Überreste von Pater Rupert Mayer in die Unterkirche 1949 Bronzebüste Pater Mayer von Barbara von Kalckreuth in der Unterkirche 1959 Rekonstruktion der originalen Stuckdekoration der Decke 1964 Orgel von Guido Nenninger 1973 Moderne Deckenbilder von Hermann Kaspar 1979 Aufstellung des ostkirchlichen Segenskreuzes neben dem Hochaltar 1987 Pater-Rupert-Mayer-Orgel von Hans-Georg Vleugels. Da dieses Kirchenbüchlein nicht mehr aufgelegt wird, habe ich das geschriebene aus einer Fotokopie übernommen, um es der Nachwelt zu erhalten.
Fassade Einer Rathausfassade nicht unähnlich, wirkte die flache Schauseite des Bürgersaals durch die klare Einteilung in zwei Geschosse, die dem inneren Aufbau entspricht. In der Nische über dem mittleren Portal erscheint – gleich einer Hausmadonna – die Figur der thronenden Muttergottes mit dem Jesuskind, ein barockes Werk Franz Ableitners. Der mittlere Fassadenteil wird von einem kleinen Dachreiter, der einst ein Glöckchen trug, überhöht. Über dem Gebälk des Obergeschosses verläuft eine Balustrade, auf der obelisken den sakralen Charakter hervorheben. Ein offenes Bekenntnis legt die Inschrift ab, die in goldenen Lettern in den beiden Friesen verläuft DIVAE MATRI VIRGINI / DEVOTI FILII DD. CC. MONAC. ANNO MDCCX = DER JUNGFRÄULICHEN GOTTESMUTTER ALS ERGEBENE SÖHNE DIE HERREN UND BÜRGER VON MÜNCHEN IM JAHRE 1710 Inneres Fresken 1773/74 Neugestaltung der Decke - Fresko von Martin Knoller, Hochaltar 1709 Hochaltar von Andreas Faistenberger und Mitarbeitern 1750 Überführung der Gebeine des hl. Maimus auf dem Hochaltar 1947 Statuen der Heiligen Joseph und Anna von Roland Friederichsen im Rahmen einer geplanten neuzeitlichen Rekonstruktion des Hochaltars 1979 Aufstellung des ostkirchlichen Segenskreuzes neben dem Hochaltar Pater-Rupert-Mayer-Orgel 1987 Pater-Rupert-Mayer-Orgel von Hans-Georg Vleugels. Kanzel 1770 Iganz Günther hatte nach 1770 für die Barmherzigen Brüder in München eine Kanzel angefertigt, die nach der Säkularisation in den Bürgersaal kam und hier dann 1944 größtenteils verbrannte 1809/1810 Renovierungsarbeiten; Übernahme der Kanzel Iganz Günthers 1945/1946 Wiederaufbau (Ohne Deckendekor) Kanzel von Max Grübl Nach dem 2. WK entstand unter Verwendung von Günthers erhaltenen Rokokoskulpturen eines Verkündigungsengels, dreier Putten mit dem Symbolen von Glaube, Hoffnung und Liebe sowie einiger Engelsköpfe die heutige Kanzel nach Entwürfen von Max Grübl. 1722 Kreuzigungsgruppe von Johann Georg Greiff Auf diesen geht auch das zugehörige Kreuz gegenüber zurück, das die zerstörte Kreuzigungsgruppe J. G. Greiffs ersetzt; dabei wurde der Standort von Kanzel und Kreuz entgegen der ursprünglichen Situation vertauscht. Ansichten von Marienwallfahrtsorten Diese Bilder sind ein Hinweis dafür, dass auch die Verstorbenen der Kongregation unter dem Schutz Mariens, der himmlische Patronin, stehen. Portraits von Pater Rupert Mayer Schutzengelgruppe 1803 Übertragung der Schutzengelgruppe Iganz Günthers Augustiner-Christkindl 1817 Erwerbung des Augustiner-Christkindls Um 1600 bekam die Münchner Augustinerkirche ein Christkindl geschenkt. Es hatte einen Kopf aus Wachs, sein leib war bis zu den Schultern eng umwickelt (gefatscht), wie es damals bei Kleinkindern üblich war. Ein Mal soll es einem Augustiner aus der Hand gefallen sein, wobei der Wachskopf am Boden zersprang. Aus Furcht versteckte der Pater die Bruchstücke. Als Weihnachten nahte und dieses Christkindl wieder zur Verehrung ausgestellt werden sollte, drohte der Schaden offenbar zu werden. Doch auf wunderbare Weise hatten sich die Teile von selbst wieder zusammengefügt. Die Kunde davon verbreitete sich rasch. Besonders bei der Münchner Bevölkerung stand das Augustiner-Christkindl in hohen Ehren: Es wurde mit Schmuck, Rosenkränzen, Medaillen und Kronen geziert. In der Weihnachtszeit wurde von diesem Christkindl ein 40stündiges Gebet um die Erhaltung des Hauses Wittelsbach abgehalten. Als 1802 das Augustinerkloster aufgehoben und sein Besitz verschleudert oder zerstört wurde, war auch das Christkindl in Gefahr. Doch auf Umwegen wurde es gerettet. 1817 erwarb es schließlich die Marianische Männerkongregation. Seitdem wird das Christkindl im Bürgersaal alljährlich von Weihnachten bis Lichtmeß gezeigt. Fatschnkindl-Gbäck erfunden von Brigitte Obermaier http://www.beepworld.de/members17/weihnachtsplaetzchen/fatschnkindl.htm Fatschnkindl-Handarbeit von Brigitte Obermaier Hat heute einen Wert (2008) von 2500 Euro http://www.beepworld.de/members60/klosterarbeiten9/index.htm
Grabstätte Pater Rupert Mayers Altar Kreuzwegstationen 1892 unter anderem der. Kreuzweg von Joseph Elsner (Ausführung Hans Sprenger) An den Wänden der Unterkirche reihen sich plastische Gruppen aus Lindenholz, jeweils aus vier Figuren bestehend, von denen jede ca. 1,20 m misst. In dramatischer, dem Barock nachempfundener Weise führen sie die 14 Stationen des Leidenswegs unseres Erlösers von seiner Verurteilung zum Tod über seine Kreuzigung bis zu seiner Grablegung vor Augen. Sie wurden 1892 von Hans Sprenger nach Modellen Josef Elsners geschaffen und 1898 eingeweiht. Jahreskrippe 1609 die ersten Figurenkrippe in der Michaelskirche 1921 Figurenkrippe in der Bürgersaalkirche aufgestellt Kunstmaler Theodor Gämmerler ein genialer Krippenbauer. Der „Bayerische Krippenpapst“ Theodor Gämmerler baute die Krippe nach Szenen aus dem Alten und Neuen Testament.
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| Lebenslauf Pater Rupert Mayer o.G. © Brigitte Obermaier, Muenchen, 2008 alle Daten und Fakten aus Wikipedia mit Genehmigung übernommen Rupert Mayer, *23.1.1876 Stuttgart +1.11.1945 München Mitglied im Jesuitenorden und Präses der Marianischen Männerkongregation 1894 Abitur, Studium Philosophie, Theologie in Freiburg/Schweiz, München + Tübingen 1899 Priester geweiht in Rottenburg 1900 Jesuitische Ordensausbildung ein Noviziat in Feldkirch/Vorarlbeg, anschl. NL 1906 Volksmissionar 1912 Seelsorger für Zuwanderer in München Eiserne Kreuz Rupert Mayer, ausgestellt im Bürgersaal München 1914 1. WK Militärseelsorger 1916 rumänischen Sultatal schwer verwundet, linkes Bein amputiert 1921 Kardinal Michael von Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation am Bürgersaal in Mnchen 1925 Einführung des Sonntagsgottesdienstes auf dem Münchner Hauptbahnhof Er trat für die Rechte der Kirche für die Religionsfreiheit ein. 1935 Caritassammlung verboten und er protestierte und sammelte am 18.5.1935 selbst 1937 Redeverbot 5. Juni 1937 verhaftet und vom Sondergericht verurteilt wegen kanzelmissbrauch Bevölkerungsprotest, wurde er wieder freigesprochen 5.1.1938 erneut verhaftet wg. Regimefeindlichkeit und Gefängnis Landesberg am Lecht 3.5.1938 durch Amnestie wieder frei 1987 Seligsprechung 3.11.1940 Verhaftet 3. Mal – Konzentrationslager Sachsenhausen 1940 nach Kloster Ettal interniet Mai 1945, nach München zurück 1.11.1945 am Allerheiligen-Fest während einer Predigt in der Kreuzkapelle in der St. Michaels-Kirche erlitt er einen Schlaganfall und verstarb am gleichen Tag Beerdigung am Ordensfriedhof in Pullach 23.5.1948 Umbettung in die Unterkirche im Bürgersaal 1950 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet 3. Mai 1987 erfolgte im Münchner Olympiastadion die Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II., der anschließend das Grab besuchte. Rupert Mayers Fürsorge galt allen Schichten der Bevölkerung, weshalb er schon zu Lebzeiten als „Apostel Münchens“ bezeichnet und heiligmäßig verehrt wurde. Sein Grab wird bis heute von unzähligen Gläubigen aufgesucht.
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